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ATP-Synthase
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Das Enzym ATP-Synthase oder FoF1-ATPase ist ein Transmembranprotein. Die ATP-Synthase tritt abhängig vom Verhältnis der Substrate und Produkte entweder als ATP-verbrauchende Protonenpumpe oder als Protonen-getriebene ATP-Synthase auf. Im lebenden Organismus besteht die Hauptaufgabe des Enzyms allerdings darin, die Synthese von ATP zu katalysieren. ATP ist eine energiereiche Verbindung, deren Bildung der Zufuhr von ADP, Phosphat und Energie bedarf:
ADP + Phosphat â ATP + H2O mit ÎH â 30,5 kJ/mol unter Standardbedingungen und ca. 50 kJ/mol unter physiologischen Bedingungen.
Um diese Energie aufzubringen, koppelt die ATP-Synthase die ATP-Bildung mit dem energetisch begßnstigten Transport von Protonen (oder anderen Ionen) entlang eines Protonengradienten ßber eine Membran. Das Enzym spielt im Stoffwechsel fast aller bekannten Organismen eine zentrale Rolle, da ATP ununterbrochen als Energießberträger benÜtigt wird.
Die ATP-Synthase setzt sich aus 8 bis 20 verschiedenen Untereinheiten zusammen. Sie gruppieren sich zu zwei Komplexen:
⢠Der wasserlÜsliche Komplex F1 katalysiert die Bildung von ATP.
⢠Der wasserunlÜsliche, in eine Membran eingebaute Komplex Fo transportiert Protonen.
Das Enzym wird daher auch nach seinen beiden Untereinheiten als FoF1-ATPase bezeichnet.
Contents
⢠Geschichte
⢠Der Komplex V
⢠Aufbau von F o
⢠Aufbau von F 1
⢠Phylogenie
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Bedeutung und Vorkommen
Praktisch alle Vorgänge in Organismen erfordern Adenosintriphosphat (ATP). Es stellt allen mĂśglichen Stoffwechselvorgängen Energie zur VerfĂźgung. Der grĂśĂte Teil des verbrauchten ATP wird bei Tieren, Pflanzen und den meisten Bakterien durch die ATP-Synthase regeneriert. Der Tagesumsatz an ATP beträgt beim Menschen teilweise weit Ăźber 80 Kilogramm.
Die ATP-Synthase alias F-Typ-ATPase kommt vor
⢠in der Plasmamembran von Prokaryoten (âBakterienâ).
⢠in der inneren Mitochondrienmembran von Eukaryoten (Zellen von Pflanzen und Tieren).
⢠in der Thylakoid-Membran der Chloroplasten von Pflanzenzellen.
ATP-Synthasen nutzen die Energie eines Ionengradienten, der zwischen den beiden Seiten der Membran existiert. In der Regel handelt es sich dabei um einen Protonengradienten. Bei alkaliphilen Bakterien existiert auch eine ATP-Synthase, die statt eines Protonen- einen Natrium-Gradienten zur ATP-Synthese verwendet. (EC 7.2.2.1)
Geschichte
Die Aufklärung von Funktion und Mechanismus der ATP-Synthase wurde im Wesentlichen von Forschern geleistet, die sich mit Mitochondrien beschäftigten. Obwohl dieses Enzym auch bei der Photosynthese der Pflanzen und bei aeroben Bakterien eine wichtige Rolle spielt, geriet die ATP-Synthase als Bestandteil der Zellatmung und der Atmungskette des Menschen in den Fokus der Biochemie.
Der Komplex V
Anfang der 1960er Jahre konnte die Biochemie auf enorme Fortschritte zurĂźckblicken. Der Energiestoffwechsel war in ein paar Jahrzehnten fast aufgeklärt worden. Der Zitronensäurezyklus war bekannt, ebenso die physiologische Rolle von NADH als Wasserstoff-Ăberträger und die Rolle von ATP als Energielieferant.
Man wusste, dass der NADH-Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser oxidiert wird. Und es war klar, dass bei diesem Prozess die Hauptmasse des in der Zelle benÜtigten ATP entsteht. Darßber hinaus wusste man, dass die Oxidation des NADH in Schritten verläuft. Man hatte in den Mitochondrien-Membranen Enzyme und Coenzyme gefunden, die eine Elektronentransport-Kette vom NADH zum Sauerstoff bilden.
Die Aufklärung dieser sogenannten Atmungskette gestaltete sich indes zunehmend schwieriger. Die Enzyme der Atmungskette lieĂen sich nur schwer isolieren und untersuchen, da es sich um Membranproteine handelt. Zusätzlich bilden sie groĂe Enzym-Komplexe. Vier dieser Komplexe wurden (und werden) immer weiter aufgeklärt. Komplex V, der ATP bildet, blieb auch nach Isolierung seiner wasserlĂśslichen Komponente im Jahr 1961 im Dunkeln. Die Aufklärung der Atmungskette, und damit die Biochemie Ăźberhaupt, hatte also noch einen âSchĂśnheitsfehlerâ.
Aus den Forschungen Ăźber den Zuckerabbau (Glycolyse) kannte man immerhin bereits einen Mechanismus (Substratkettenphosphorylierung), bei dem aus ADP und Phosphat ATP entsteht. Man zog den Schluss, dass es sich in der Atmungskette irgendwie ähnlich verhalten mĂźsste und glaubte, dicht vor der endgĂźltigen Aufklärung zu sein. Es fehlte ânur nochâ
⢠die genaue Verbindung der Komplexe IâIV zur ATP-Synthese, also die Kopplung von O2-Verbrauch und ATP-Bildung.
⢠die Erklärung, warum der gefundene Komplex V zwar ATP spaltete, aber keines herstellte, sobald man ihn isoliert hatte.
⢠ein âenergiereiches Zwischenproduktâ der Atmungskette als Substrat der ATP-Synthase.
Es fehlte also ânur nochâ der gesamte Zusammenhang zwischen NADH-Oxidation und ATP-Produktion. Aber man hatte schon einen bis heute gĂźltigen Namen fĂźr den Stoffwechsel-Weg: oxidative Phosphorylierung.
In dieser Situation stellte Peter D. Mitchell 1960 eine Hypothese vor, die lange heftig angefeindet wurde. Denn Mitchell postulierte einen fĂźr die damalige Biochemie âunvorstellbarenâ Mechanismus.
Die Mitchell-Hypothese
Mitchell selbst hatte zwar seit Beginn der 1940er Jahre schwerpunktmäĂig die Atmungskette untersucht, kannte aber auch die Forschungsergebnisse der Transportvorgänge an Membranen. Seine Arbeitsgruppe konzentrierte sich bei der Untersuchung der Atmungskette auf den ElektronenĂźberträger Ubichinon (Q-Zyklus). Die Ergebnisse waren mit der Idee eines âenergiereichen Zwischenproduktsâ der Atmungskette als Motor der ATP-Synthase nicht vereinbar. Mitchell postulierte stattdessen, dass das Enzym seine Energie von einem pH-Gradienten bekommt.
Die Ablehnung der Fachwelt war Ăźberwältigend. Selbst als Mitchell 1978 fĂźr seine chemiosmotische Theorie den Nobelpreis (Chemie) bekam, sprachen namhafte Biochemiker noch abwertend von der âMitchell-Hypotheseâ.
Die Aufklärung des Mechanismus
Auch Wissenschaftler, die der âMitchell-Hypotheseâ offiziell sehr skeptisch gegenĂźberstanden, zogen bei ihrer Forschung im Labor die chemiosmotische Theorie ernsthaft in Betracht. Während sich die Beweise fĂźr Mitchells Theorie häuften, kam man auch im experimentellen Umgang mit der ATP-Synthase weiter. In Membranvesikeln konnte man sie âin Aktionâ studieren.
Paul D. Boyer, ursprĂźnglich ein âMitchellâ-Skeptiker, klärte den molekularen Mechanismus der ATP-Synthase auf. John E. Walker und Mitarbeitern gelang es, die ATP-Synthase zu kristallisieren und ihre räumliche Struktur aufzuklären. Beide bekamen dafĂźr den Nobelpreis 1997 im Fach Chemie. Sie teilten sich den Preis mit Jens C. Skou, der bereits 1957 die erste Protonenpumpe entdeckt und damit die Grundlage fĂźr die âMitchell-Hypotheseâ gelegt hatte.
Stellung zu anderen Enzymen
Eine Vielzahl von Enzymen verbraucht das ATP, das von der ATP-Synthase geliefert wird, als Kosubstrat. Unter den Enzymen nimmt die ATP-Synthase also eine SchlĂźsselstellung ein.
Von den Ăźbrigen ATPasen unterscheidet sich die ATP-Synthase in verschiedener Hinsicht:
⢠Sie ist die Hauptquelle des ATP. Mit ihrer Funktion als ATP-Produzent unterscheidet sich die ATP-Synthase von den ßbrigen (durchweg) ATP-verbrauchenden ATPasen etwa wie ein Stromgenerator von einem Elektromotor.
⢠Sie besteht aus den beiden Untereinheiten Fo und F1. Ihre Funktion erfordert beide Einheiten in einer spezifischen Anordnung. Man bezeichnet die ATP-Synthase daher oft auch als F-Typ-ATPase. Im Unterschied dazu sind die ATP-spaltenden ATPasen V-Typ-ATPasen.
⢠Wie alle ATPasen kann die ATP-Synthase prinzipiell auch als Protonenpumpe fungieren und dabei ATP verbrauchen. Dass diese âRĂźckâ-Reaktion in vivo in Mitochondrien eine groĂe Rolle bei der ATP-Synthase spielt, ist allerdings fragwĂźrdig. Die ATP-Synthase hat ein anderes âĂbersetzungsverhältnisâ als die Protonenpumpen-ATPasen. Letztere pumpen pro verbrauchtem ATP ca. zwei Protonen nach auĂen. Bei der ATP-Synthase wĂźrde sich die Energie eines ATP-MolekĂźls dagegen auf drei bis vier Protonen verteilen. Als Protonenpumpe kĂśnnte die ATP-Synthase also keinen so groĂen pH-Gradienten aufbauen.
Die ATP-Synthase hat entsprechend der IUBMB Enzym-Nomenklatur die EC-Nummer EC 7.2.2.2 und gehĂśrt zur Kategorie der Translokasen.
Bauplan der ATP-Synthase
Entsprechend ihrer Stellung zur Membran (Abb. unten, heller Bereich) unterscheidet man eine membrangebundene Fo- und eine wasserlĂśsliche F1-Untereinheit.
Aufgrund dieses Aufbaus ist das Enzym wie auch die anderen membrangebundenen ATPasen eine molekulare Maschine.
Nachfolgend wird der Bauplan der ATP-Synthase des Bakteriums E. coli beschrieben, weil sie intensiv untersucht und relativ einfach gebaut ist.
Aufbau von F o
Fo besteht aus hydrophoben Peptiden (wasserunlĂśslichen EiweiĂketten) und befindet sich in der Membran. Dieser Teil des Enzyms setzt sich zusammen aus drei verschiedenen Untereinheiten:
⢠Foa dient zur Kraftßbertragung auf Fob und ist gleichzeitig Teil des Mechanismus, der die Protonenbewegung in eine Drehbewegung umsetzt.
⢠Fob verbindet Membran und die F1 Komponente. Fob dient der Kraftßbertragung und besteht wie Foa aus zwei Peptidketten.
⢠Foc besteht bei E. coli aus zwÜlf Spiralen, die zu einem Ring angeordnet sind. Im Inneren des Rings befinden sich vermutlich die Phospholipide, aus denen auch die Zellmembran zusammengesetzt ist. Sie bilden eine isolierende Schicht, so dass dort kein Protonenfluss mÜglich ist.
Jede Foc-Peptidkette verfßgt ßber ein aktives Zentrum. Wenn von diesem Zentrum H+ abgespalten wird, dann ändert sich die Struktur der Peptidkette in einen mechanisch angespannten Zustand. Nimmt das aktive Zentrum dann wieder ein H+ auf, dreht sich die Peptidkette zurßck. Diese Drehung ßbt eine Kraft auf Foa aus.
abb-motor
Aufbau von F 1
F1 ist die wasserlĂśsliche Komponente der ATP-Synthase. Sie befindet sich auf der Innenseite der Membran. FĂźnf verschiedene Peptide (Îą bis Îľ) bilden die Untereinheiten dieser Komponente:
⢠Je drei F1ι- und F1β -Peptide bilden den F1(ιβ)3-Komplex. Seine gelegentlich noch verwendete Bezeichnung als globuläre (ιβ)3-ATPase weist darauf hin, dass hier die Umsetzung von ADP zu ATP stattfindet. Zwischen den Peptiden existieren insgesamt drei Poren, durch die Substrat und Produkt ein- und austreten kÜnnen. In drei katalytischen Zentren wird im Inneren des F1(ιβ)3-Komplexes das ATP produziert.
⢠F1γ ist die drehbare Achse des Systems. Sie ßberträgt die Drehbewegung des in der Membran platzierten Rings zu den drei katalytischen (ιβ)3-Zentren.
⢠F1δ und F1ξ sind im Bild rechts nicht dargestellt. Ersteres Peptid ist Bindeglied zwischen Fob und dem (ιβ)3-Komplex. F1ξ verbindet vermutlich den Foc-Ring mit der F1γ-Achse.
Ăbersicht Ăźber menschliche ATPase
Die menschliche ATPase besteht aus mindestens 16 Untereinheiten, von denen zwei durch mitochondriale Gene codiert sind. Sowohl von F1Îł als von Foc existieren mehrere Genloci, die verschiedene Precursor, aber identische Untereinheiten codieren.
| Gen ( HGNC ) | Protein ( UniProt ) | Länge ( AA ) | OMIM -Eintrag | Genlocus | Bemerkung |
|---|---|---|---|---|---|
| ATP5A1 | F 1 Îą1 | 553 | 164360 | 18q12-q21 | |
| ATP5B | F 1 β | 529 | 102910 | 12p13-qter | |
| ATP5C1 | F 1 Îł1 | 298 | 108729 | 10q22-23 | |
| ATP5C2 | F 1 Îł2 | ? | | 14 | Isoform |
| ATP5D | F 1 δ | 168 | 603150 | 19p13.3 | |
| ATP5E | F 1 Îľ | 51 | 606153 | 20q13.3 | |
| ATP5O | F 1 O | 213 | 600828 | 21q22.1-22.2 | Oligomycin sensitivity conferral protein |
| ATP5F1 | F o b | 256 | 603270 | 1p13.2 | |
| ATP5G1 | F o c Isoform 1 | 136 | 603192 | 17q21.32 | Proteolipid P1; Untereinheit 9; Morbus Batten |
| ATP5G2 | F o c Isoform 2 | 141 | 603193 | 12q13.3 | Proteolipid P2; Morbus Batten |
| ATP5G3 | F o c Isoform 3 | 142 | 602736 | 2q31.1 | Proteolipid P3; Morbus Batten |
| ATP5H | F o d | 160 | | 17q25 | Stator |
| ATP5I | F o e | 68 | 601519 | 4p16.3 | |
| ATP5J | F o F6 | 108 | 603152 | 21q21.1 | Kopplungsfaktor 6 |
| ATP5J2 | F o f | 93 | | 7q22.1 | |
| ATP5L | F o g | 103 | | 11q23.3 | |
| ATP5S | F o s | 215 | | 14q21.3 | Kopplungsfaktor B |
Bewegungs- und Reaktionsabläufe
Die Funktion der âmolekularen Maschineâ wird hier am Beispiel der E. coli-ATP-Synthase beschrieben.
Hypothetischer Mechanismus der Drehbewegung
Der Ort des fĂźr die Bewegung zuständigen Zentrums geht aus der Abbildung âMotorâ hervor. Der Mechanismus der Drehbewegung ist in der Abbildung rechts als Animation dargestellt.
Als weitere Rotationsmaschine auf zellulärer Ebene, die komplette Drehungen ausfĂźhrt, ist nur noch die GeiĂel bei vielen Einzellern bekannt.
ATP-Synthese im F 1 (ιβ) 3 -Komplex
Die eigentliche Umsetzung von ADP zu ATP ist, biochemisch gesehen, im Vergleich zur Protonen getriebenen Drehung des Foc-Rings nichts UngewĂśhnliches. Es finden Struktur-Ănderungen der beteiligten Peptidketten statt, die die Substrate (hier ADP und Phosphat) zur Reaktion bringen.
Im F1(ιβ)3-Komplex gibt es drei katalytische Zentren. Sie nehmen nacheinander drei Formen an:
1. Hohe Affinität gegenßber ADP und Phosphat. Die Ausgangsprodukte ADP und Phosphat werden an das jeweilige katalytische Zentrum gebunden.
2. Hohe Affinität gegenßber ATP. Das Zentrum bekommt einen hydrophoben Charakter, der die Kondensationsreaktion zum ATP energetisch begßnstigt.
3. GeĂśffnete Form, in der ATP ausgestoĂen wird.
Der energieverbrauchende Schritt besteht darin, die geĂśffnete Form zu bilden, also das Reaktionsprodukt ATP aus dem Enzym zu entfernen. Genau das ermĂśglicht die Drehbewegung.
Die Drehung des Rotors um 360° liefert in drei Schritten drei MolekĂźle ATP. Da sich die âMaschineâ bei jedem Protonendurchgang um 30° dreht, werden nach diesem Modell fĂźr jedes ATP vier H+ verbraucht.
Varianten und Phylogenie der ATP-Synthasen
Varianten der ATP-Synthase
ATP-Synthetase
Streng genommen eine fehlerhafte Bezeichnung, da Synthetasen eine chemische Bindung unter ATP-Verbrauch herstellen.
ATPase
Die ATP-Synthase ist die am häufigsten vorkommende ATPase. Daher werden beide Namen oft synonym gebraucht.
F-ATPase, FoF1-ATPase (oder F1Fo-ATPase), H+-ATP-Synthase, H+-transporting two-sector ATPase
ATP-Synthase bei Bakterien, Mitochondrien und Plastiden: Formal korrekte, teilweise aber weniger gebräuchliche Bezeichnungen
A-ATPase, AoA1-ATPase
ATPase bei Archaeen, ähnelt im Aufbau der V-ATPase bei Eukaryoten-Vesikeln. Gelegentliche Ausnahmen (A-Typ bei bestimmten Bakterien-, F-Typ bei einzelnen Archaeen-Spezies) werden auf horizontalen Gentransfer zurßckgefßhrt.cite-ref-hilario-gogarten-1-0[1]cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]
FNullF1- alias F0F1-ATPase, A0A1-ATPase, V0V1-ATPase, FoFI ATP-
Nicht korrekt. Der Name der Fo-Untereinheit leitet sich von Oligomycin ab. Das ist ein Gift (Inhibitor), das diese Untereinheit blockiert.
mtATP-Synthase
ATP-Synthase in Mitochondriencite-ref-4[4]
CFoF1-ATP-Synthase
ATP-Synthase in Chloroplasten
Die Richtung, in der eine ATP-Synthase wirkt, kann sich entsprechend dem chemisch-osmotischen Gleichgewicht auch umkehren â daran ändert auch die interne motorische Aktivität des Enzym nichts (siehe Gleichstrommaschine: in Abhängigkeit von der Richtung des Leistungsflusses: Dynamo versus Elektromotor). Die ATPasen arbeiten dann als echte membrangebundene Synthetasen. Beispiele sind V-ATPase, N-ATPase, P-ATPase (letztere mit anderem Aufbau, ohne rotierende Teile) und E-ATPase. Näheres Ăźber die verschiedenen Typen findet sich unter Membranständige ATPasen, Abschnitt: Typen.
ATP-Synthasen bei verschiedenen Organismen
Eine ganze Bandbreite (9â14) gibt es auch bei der Anzahl der Foc-Rotor-Peptide. Aus ihnen resultieren verschiedene Mengenverhältnisse zwischen verbrauchtem H+ und hergestelltem ATP.
| Typ/Herkunft | Anzahl der F o c-Peptide | H + pro ATP |
|---|---|---|
| Bakterien ( E. coli ) | 10 | 4 [ 5 ] |
| Mitochondrien (Hefe) | 10 | 3,3 |
| Chloroplasten (Spinat) | 14 | 4 [ 5 ] |
| Na + -ATP-Synthase | 11 | 3,7 Na + /ATP |
Phylogenie
Die Abstammung der ATP-Synthasen wurde in neuerer Zeit (2023) von Tara Mahendrarajah, Nina Dombrowski, Anja Spang et al. untersucht.cite-ref-mahendrarajah2023-7-2[7]
Siehe auch
Weitere Enzym-Komplexe der mitochondrialen Atmungskette:
⢠Komplex I auch NADH-Dehydrogenase
⢠Komplex II auch Succinat-Dehydrogenase
⢠Komplex III auch Cytochrom-c-Reduktase
⢠Komplex IV auch Cytochrom-c-Oxidase
Literatur
⢠P. D. Boyer, R. L. Cross, W. Momsen: A new concept for energy coupling in oxidative phosphorylation based on a molecular explanation of the oxygen exchange reactions. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 70, Nummer 10, Oktober 1973, S. 2837â2839, PMID 4517936, PMC 427120 (freier Volltext).
⢠Armen Y. Mulkidjanian, Kira S. Makarova, Michael Y. Galperin, Eugene V. Koonin: Inventing the dynamo machine: the evolution of the F-type and V-type ATPases. In: Nature Reviews Microbiology. 5. Jahrgang, Nr. 11, 2007, S. 892â899, doi:10.1038/nrmicro1767 (englisch). Dieser Artikel (PDF) bei Uni OsnabrĂźck: Perspectives
⢠Armen Y. Mulkidjanian, Michael Y. Galperin, Eugene V. Koonin: Co-evolution of primordial membranes and membrane proteins. In: Trends Biochem Sci. 4. Jahrgang, Nr. 34, 2009, S. 206â215, doi:10.1016/j.tibs.2009.01.005, PMC 2752816 (freier Volltext) â (englisch).
⢠Nick Lane: Der Funke des Lebens â Energie und Evolution. Konrad Theiss Verlag, 2017 by WBG, ISBN 978-3-8062-3484-8. Englischer Originaltitel: Nick Lane: The Vital Question â Energy, Evolution, and the Origins of Complex Life. W. W. Norton, 2015, ISBN 978-0-393-08881-6, armscoop.com (PDF). Textpassagen nahe Abbildung/Figure 10 (Struktur der ATP-Synthase).
⢠E. Hilario, J. P. Gogarten: Horizontal transfer of ATPase genes--the tree of life becomes a net of life. In: Biosystems, 1993, 31(2-3), S. 111â119. PMID 8155843 (englisch).
Weblinks
⢠Paul D. Boyer: ATP Synthase: eine prächtige molekulare Maschine.
⢠B. A. Feniouk: ATP Synthase FAQ. (englisch)
⢠Olaf Fritsche: Biophysiker entdeckten das älteste Rad der Welt.
⢠P. Gräber, A. Labahn: Die H+-ATPsynthase. (deutsch)
⢠Nobelpreis Chemie 1997 Präsentation. (Memento vom 15. Januar 2010 im Internet Archive) Nobel Media AB
⢠Oxidative phosphorylation â Reference pathway. Kanehisa Laboratories (KEGG); mit grafischer Darstellung im Zusammenhang zur Atmungskette und Links zu den EC-Nummern
⢠View Proteins belonging to: The H+- or NaH+-translocating F-type, V-type and A-type ATPase (F-ATPase) Superfamily. TCDB (englisch)
⢠Jennifer McDowall: Protein of the Month: ATP Synthase. ebi.ac.uk/interpro (englisch)
⢠Jassal/Reactome: Formation of ATP by chemiosmotic coupling.
⢠Gergely Pinke, Long Zhou, Leonid A. Sazanov: âCryo-EM structure of the entire mammalian F-type ATP synthaseâ, in: Nature Structural & Molecular Biology, 14. September 2020, doi:10.1038/s41594-020-0503-8
Complete Structure of ATPase, the Worldâs Smallest Turbine, Solved, auf: ScitechDaily vom 26. September 2020, Quelle: Institute of Science and Technology Austria Rätsel um riesige Protonenpumpe gelĂśst und Mystery of giant proton pump solved. EurekAlert!, 24. September 2020
Einzelnachweise
cite-note-hilario-gogarten-11. â Elena Hilario, Johann Peter Gogarten: Horizontal transfer of ATPase genes â the tree of life becomes a net of life. In: BioSystems. 31. Jahrgang, Nr. 2â3, 1993, S. 111â119, doi:10.1016/0303-2647(93)90038-E, PMID 8155843 (englisch). ScienceDirect University of Connecticut (PDF)
cite-note-22. â G. GrĂźber et al.: ATP synthases from archaea: The beauty of a Molecular motor. In: Biochimica et Biophysica Acta (BBA) â Bioenergetics. Jahrgang 1837, Heft 6, 2014, S. 940â952, doi:10.1016/j.bbabio.2014.03.004 (englisch).
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cite-note-44. â A. K. Srivastava, N. K. Ramaswamy, R. Mukopadhyaya, M. G. Jincy, S. F. DâSouza: Thiourea modulates the expression and activity profile of mtATPase under salinity stress in seeds of Brassica juncea. In: Annals of botany. Band 103, Nummer 3, Februar 2009, S. 403â410, doi:10.1093/aob/mcn229, PMID 19033283, PMC 2707324 (freier Volltext).
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